Die kurze Antwort: Ein Tagebuch enthält das Persönlichste, was du aufschreibst. Die einzige Frage, die zählt, lautet deshalb: Verlassen die Einträge dein Gerät? Wenn ja, kann der Anbieter sie technisch lesen – dann entscheidet sein Wort, nicht die Technik. Prüfen kannst du das in 5 Minuten, mit den fünf Punkten unten.
Kaum jemand liest Datenschutzerklärungen. Bei einer Tagebuch-App lohnt es sich trotzdem – nicht wegen der Rechtsbegriffe, sondern wegen einer einzigen Information, die dort stehen muss: wohin deine Texte gehen.
Keine dieser Bauweisen ist grundsätzlich richtig. Aber sie sind nicht gleichwertig, und ein Anbieter sollte ohne Umschweife sagen, welche er gewählt hat.
Viele Tagebuch-Apps werben mit einer PIN. Das ist nützlich gegen den Blick über die Schulter – gegen den Anbieter hilft es nicht, denn wer die Daten hat, braucht keine PIN. Die wirksamste Sperre ist ohnehin die Bildschirmsperre deines Handys, weil sie den kompletten Speicher schützt.
Sternenluna ist local-first gebaut. Konkret heißt das:
Der ehrliche Preis dieser Bauweise: Es gibt keine automatische Sicherung. Geht dein Handy verloren und du hast nie exportiert, sind die Einträge weg. Das ist die Kehrseite davon, dass niemand sonst sie hat – und deshalb bittet die App regelmäßig um eine Sicherung, statt so zu tun, als gäbe es diesen Nachteil nicht.
Nachlesen kannst du das alles im vollständigen Datenschutztext – dort steht auch, welche wenigen Dinge (Push-Adresse, Gutschein-Prüfung) überhaupt unseren Server erreichen.
Selbst prüfen: App öffnen, Flugmodus an ✦
Das hängt davon ab, wo die Einträge liegen. Speichert die App sie auf einem Server, könnte der Anbieter sie technisch lesen – ob er es tut, ist eine Frage seiner Regeln, nicht seiner Möglichkeiten. Speichert sie alles nur auf dem Gerät, hat der Anbieter schlicht keine Kopie. Es gibt einen dritten Fall: Ende-zu-Ende-verschlüsselte Cloud-Speicherung, bei der die Daten zwar auf dem Server liegen, aber nur mit deinem Schlüssel lesbar sind.
Local-first heißt: Deine Einträge werden im Speicher deines Geräts abgelegt und nicht an einen Server übertragen. Das hat zwei Folgen. Erstens kann der Anbieter sie nicht lesen, nicht auswerten und auch nicht auf Anfrage herausgeben, weil er sie nicht besitzt. Zweitens trägst du selbst die Verantwortung für Sicherungen – geht das Gerät verloren, sind ohne Backup auch die Einträge weg.
Drei Anhaltspunkte, die keine fünf Minuten brauchen: Verlangt die App ein Konto, liegt fast immer ein Server dahinter. Funktioniert sie im Flugmodus vollständig weiter, spricht das für lokale Speicherung. Und in der Datenschutzerklärung steht unter Stichworten wie Analyse, Partner oder berechtigtes Interesse, was tatsächlich übertragen wird.
Gegen den Anbieter hilft ein App-Passwort nichts – gegen neugierige Blicke auf dem eigenen Handy schon. Die wirksamste Sperre ist ohnehin die Bildschirmsperre des Geräts, weil sie den gesamten Speicher schützt. Eine zusätzliche PIN in der App ist bequem, ersetzt aber keine Verschlüsselung.
Prüfe vor dem ersten Eintrag, ob es eine Löschfunktion gibt und ob sie wirklich alles entfernt. Bei Cloud-Anbietern hast du zusätzlich das Recht auf Löschung nach DSGVO, musst es aber einfordern und der Anbieter braucht dafür oft Tage. Liegen die Daten nur auf dem Gerät, genügt das Löschen in der App oder das Entfernen der App selbst.
Was „kostenlos" bei Tagebuch-Apps bedeutet, steht in Journaling-App kostenlos.
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Marcel von Sternenluna
Der Entwickler der App – schreibt hier über Journaling, Psychologie und ehrliche Technik.